
Höchstleistungen im Sport sind ohne Sportgeräte aus modernsten Materialien kaum noch möglich. Von der Entwicklung profitieren auch Freizeitsportler. Die richtigen Werkstoffe vermindern das Verletzungsrisiko und bauen Langzeitschäden vor.
Die Sportartikelindustrie ist häufig Vorreiter in Sachen neue Werkstoffe. Beispiel Kohlenstoff-Nano-Röhrchen: Sie werden bereits eingesetzt, um die Steifigkeit und Festigkeit von Kunststoffen zu erhöhen. Die Palette reicht von Surfbrettern über Fahrräder, Tennis-, Eishockey- und Baseballschläger bis hin zu Gelenke schonenden Kunststoffstöcken für Skilanglauf und Nordic Walking.
Textilien für Sport und Freizeit werden mit völlig neuen Funktionen ausgestattet, so genannte „Wearable Technologies“: beheizbare Jacken,eingebaute Pulsmesser oder ein elektronischer Plagiatschutz sind nur einige Beispiele. Amorphe Metalle, auch „metallische Gläser“ genannt, verleihen Golfschlägern überragende Elastizität bei gleichzeitiger Formstabilität. Eigenschaften, die in Zukunft auch viele andere Sportgeräte verbessern helfen.
Oft verwendet der Automobilsport Materialien, die später auch in Serienfahrzeugen Einzug halten. So wurden keramische Bremsscheiben zunächst im Rennsport eingesetzt. Hochsee-Rennyachten, Golfschläger, Kajaks oder Hochleistungs-Rennsporträder bestehen meist aus Carbonfaser-Verbundwerkstoffen. Polyurethan-Kunststoffe spielen eine wichtige Rolle vor allem bei der Trittdämpfung in Schuhsohlen. Sie verbessern nicht nur den Bewegungsablauf, sondern schonen Gelenke und beugen Langzeitschäden vor. Aus PUR besteht übrigens auch der zukunftsweisende Fußball „TeamgeistTM“, der erstmals bei der WM 2006 für Furore sorgte.
Die Sportindustrie hat für Deutschland wichtige gesellschaftliche Bedeutung. Sie bietet nicht nur vielen Menschen einen zukunftssicheren Arbeitsplatz, sondern ist oft Vorreiter technischer Innovationen. Wohlstand und Freizeit sorgen dafür, dass es heute einen großen Markt für Sport- und Freizeitartikel gibt. Die Sportartikel-, Camping- und Freizeitbranche erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 10 Mrd. Euro und gibt 120 000 Menschen Arbeit.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Materialentwicklungen im Sportbereich, beispielsweise durch die 2009 gestartete Innovationsallianz „Carbon Nanotubes“ (Inno.CNT), für die 40 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Materialentwicklungen auch im Sportbereich, beispielsweise durch die geplante „Carbon Nanotube Initiative“. Die winzigen Kohlenstoffröhrchen erhöhen unter anderem die Steifigkeit und Festigkeit, was bereits bei Sportartikeln wie Eishockey- und Baseballschlägern genutzt wird.