Weiterführende Links

WING-Rahmenprogramm Logo
WING-Programm Werkstoffportal Logo Werkstoffportal www.TechTower.de
TechTower.de www.nanotruck.de
Nanotruck.de
www.forschung-fuer-unsere-gesundheit.de
Forschung-fuer-unsere-gesundheit.de
http://www.ijc2011.de/
Internationales Jahr der Chemie 2011

Die Jalousie im Glas

exponate
Druckversion

Manch einer mag Jalousien als dekorativ empfinden. Sonderlich praktisch sind sie nicht. Viel komfortabler wäre es, wenn sich die Fenster selbst abdunkeln und aufhellen ließen. Genau diese Vision ermöglichen elektrochrome Fenster.

Ein solches Fenster unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von normalem Fensterglas. Es handelt sich aber um ein hochtechnologisches Schichtsystem. Das funktionelle Herz ist eine elektrochrome Schicht, in die färbende Lithium-Ionen (Li+) eingeschleust werden.

Dieses Einschleusen lässt sich elektrisch steuern. Durch Anlegen einer Spannung wandern Ionen aus einer Speicherschicht durch einen Festkörperelektrolyten in die elektrochrome Schicht. Das Fenster verdunkelt sich. Bei umgekehrter Spannung ziehen sich die Li +-Ionen zurück in die Speicherschicht und das Fenster wird wieder lichtdurchlässig. Die Kontaktierung der elektrochromen Schicht und der Speicherschicht erfolgt über transparente leitfähige Schichten wie z. B. zinndotiertes Indiumoxid (sog. ITO) oder fluordotiertes Zinnoxid (sog. FTO), die auf den äußeren beiden Glasscheiben aufgebracht sind (siehe Skizze).

Strom fließt nur während des Umschaltens. Daher ist der Energieverbrauch sehr gering. Da sich der Wärmeeintrag des Sonnenlichts in das Gebäude mit dem Fenster steuern lässt, kann diese Technik sogar helfen, Energie zu sparen. Am ausgestellten Exponat kann man den Effekt sehr gut erkennen. Es ist sogar möglich, einzelne schaltbare Zellen auf dem Glas zu erzeugen. Dadurch kann man die Abdunklung ähnlich wie ein Rollo „herunterlassen“. Oder man kann als Sichtschutz nur die untere Hälfte einfärben, während oben weiter Licht einfällt.