
Drei Trends prägen die Werkstoffentwicklung: preiswerter, leichter, stabiler. Unsere Autos müssen umweltfreundlicher werden. Auf Komfort und Sicherheit wollen wir aber nicht verzichten. Das funktioniert nur durch den massiven Einsatz modernster Werkstofftechnologie. Sie ist auch eine wichtige Voraussetzung für ganz neue Antriebsformen wie die Elektromobilität, deren Erfolg maßgeblich von den Speichermedien für Strom abhängen wird.
Der harte Wettbewerb zwischen den Werkstoffen und ihren Herstellern treibt die Entwicklung voran. Beispiel Stahl: Die harte Konkurrenz der Leichtmetalle und Kunststoffe löste Entwicklungen aus, die zu einer Renaissance des Stahls führen können. Neue Stahlsorten sind leichter und fester, lassen sich aber dennoch gut umformen. Dabei können sie weiter ihre Wirtschaftlichkeit und Recyclingfähigkeit ausspielen.
Ein zukunftsweisendes Projekt ist Scalight (Scalable Autobody Lightweight Concept). Ausgehend von einer Basis-Karosseriearchitektur lassen sich verschiedene Varianten für die wirtschaftliche Serienfertigung unterschiedlichster Fahrzeugtypen ableiten.
Jede Menge Entwicklungspotenzial bieten auch die vergleichsweise jungen Kunststoffe. So verbessern Hersteller beispielsweise ständig die Widerstandsfähigkeit gegenüber hohen Temperaturen. Solche Kunststoffe lassen sich sogar als Zylinderkopfdichtungen in Motoren einsetzen. Neue Eigenschaften erschließen neue Anwendungen. Im ICE sorgt beispielsweise elektrisch leitfähiger Silikonkautschuk als Sensor dafür, dass niemand in den Türen eingequetscht wird.
Werkstoffe ermöglichen völlig neue Verkehrskonzepte. Die AutoTram, eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme, vereint die Vorzüge von Bahn und Bus. Ihre Antriebsenergie bezieht sie aus umweltfreundlichen Brennstoffzellen.
Die Automobilindustrie in Deutschland gab im Jahr 2008 rund 19 Mrd. Euro für die Forschung aus – ein Drittel aller Forschungsaufwendungen der deutschen Wirtschaft. Mit 3.650 Patenten pro Jahr ist sie unangefochtener „Patent-Weltmeister“.
Automobile bestehen aus einem Mix unterschiedlichster Werkstoffe. Stahl und Stahlbleche machen in einem Mittelklasseauto mit knapp 60 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von den Kunststoffen mit etwa 15 Prozent und den Leichtmetallen mit 13 Prozent. Den Rest teilen sich Glas, Elastomere und sonstige Werkstoffe.
Seit 2007 fördert das BMBF mit jährlich 25 Mio. Euro den „Funktionsintegrierten Leichtbau“ energiesparender Autos.