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Werkstoffe: Basis der Elektronik

Die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind Antrieb fĂŒr praktisch alle wesentlichen Neuerungen in Produktion und Dienstleistung. Viele Entwicklungen basieren auf den Materialwissenschaften, oft machen sie diese ĂŒberhaupt erst möglich.

Wir tragen einen der reinsten Stoffe des Universums stĂ€ndig mit uns herum. Es ist das Silizium in den Halbleiterchips unserer Handys, PDAs oder Digitalkameras. Der Transistor, Grundlage aller Mikroprozessoren, ist ĂŒbrigens auch ein Erfolg der Materialwissenschaften. Die weitere Miniaturisierung der Elektronik erfordert neue Materialien. Bei der aktuellen 45-nm-Technologie fĂŒr Mikrochips stĂ¶ĂŸt Siliziumdioxid als Isolator an Grenzen. Neue Materialien wie Hafniumdioxid lösen dieses Problem.

Damit Computer sofort beim Einschalten einsatzbereit sind, brauchen wir statische Arbeitsspeicher, die ihre Information nach dem Ausschalten ohne Strom „behalten“. Ihre mikrostrukturellen Materialeigenschaften „frieren“ sie quasi ein. Die Informationsflut verlangt aber auch nach immer leistungsfĂ€higeren Massenspeichern. Die Prozesstechnologie fĂŒr die Herstellung von CD, DVD und Blue-Ray entwickelten ĂŒbrigens deutsche Unternehmen. Mehr KapazitĂ€t versprechen auch Phasenwechsel-Speicher; sie werden die heutigen Flash-Speicher, die beispielsweise die Musik in MP3-Playern speichern, ersetzen.

Die Zeitung der Zukunft kommt via Internet. Das „e-Paper“ besteht aus elektrisch leitfĂ€higen, dĂŒnnen Kunststofffolien und steuerbarer Tinte. Sie Ă€ndert ihre Eigenschaften unter Stromeinfluss, behĂ€lt sie aber ohne Strom bei.

Wenn es gelingt, Elektronik deutlich billiger zu machen, eröffnen sich gĂ€nzlich neue Anwendungen. Einen Weg weist die „druckbare“ Elektronik, die sich gĂŒnstig und in großen Mengen drucktechnisch herstellen lĂ€sst. So könnten gedruckte RFID-Funkchips bald den heute ĂŒblichen Balkencode ersetzen.

Mehr als die HĂ€lfte der Industrieproduktion und ĂŒber 80 Prozent der Exporte Deutschlands hĂ€ngen vom Einsatz moderner IKT und elektronischer Systeme ab. Die deutsche IKT-Branche beschĂ€ftigt rund 830 000 Menschen. Ihr Markt betrĂ€gt hierzulande etwa 145 Mrd. Euro (Stand 2008).

Das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung (BMBF) konzentriert seine AktivitĂ€ten im Förderprogramm „IKT 2020“ in Bereichen, die zugleich hohe Wertschöpfung und viele ArbeitsplĂ€tze versprechen: Automobil und Automatisierung, Gesundheit und Medizin, Logistik und Dienstleistungen sowie Energie. Aktuell fördert das BMBF im Spitzencluster CoolSilicon mit 40 Mio. Euro Forschungsvorhaben zu energiesparenden IKT-Systemen.