
Aus der Idee für einen Chip, der gezeigten Menge Sand für wenige Cent sowie minimalen Mengen an anderen Elementen entstehen mit den Technologien der Mikro- und Nanoelektronik elektronische Chips im Wert von einer Million Euro. Die Mikro- und Nanoelektronik bietet die höchste bekannte Wertschöpfung, trotz der für die Chipherstellung aufwendigen Anlagen und Verfahren.
Neben den Materialien und der Technologie wird der Chipentwurf immer wichtiger für die Leistungsfähigkeit eines mikroelektronischen Produkts. Er muss immer mehr Anforderungen gerecht werden und je nach Anwendung die Rechenleistung optimieren, den Preis minimieren oder eine möglichst lange Akkulaufzeit realisieren. Die Herausforderungen bestehen dabei in der Komplexität der zu entwerfenden Chips, die mittlerweile mehrere hundert Millionen von Transistoren enthalten können, sowie in der Geschwindigkeit der Technologieentwicklung. Dies alles macht eine Automatisierung des Chipentwurfs (EDA – Electronic Design Automation) zwingend notwendig.
Europa und speziell auch Deutschland haben ihre Stärken bei gemischten Analog / Digital-Schaltungen. Diese unterscheiden sich aus Sicht des Chipentwurfs erheblich von rein digitalen Schaltungen wie z. B. CPU, für welche die meisten kommerziellen EDA-Werkzeuge optimiert sind. Das BMBF fördert daher standortrelevante EDA für z. B. Automobilelektronik, Kommunikations-, Sicherheits- und Medizintechnik mit bisher fast 170 Millionen Euro. Zu den Erfolgen bisher zählen Firmengründungen und die Verkürzung der Chipentwicklungszeit um bis zu 85 Prozent.