
Beschichtungen von Werkstoffoberflächen spielen eine wichtige Rolle. Sie veredeln Materialien, indem sie diese z. B. vor Rost schützen, optisch ansprechender gestalten oder eine gewünschte Haptik verleihen. Damit solche Veredelungen möglichst weitreichend zum Einsatz kommen können, müssen die Schichten preisgünstig aufgebracht werden können. Zum einen werden daher möglichst dünne Schichten verwendet, gleichzeitig sind einfache Beschichtungsverfahren gefordert. Die so genannte Rotationsbeschichtung („Spin coating“) ist ein solches Verfahren.
In einer Zentrifuge wird die Rotation genutzt, um eine nach außen gerichtete Kraft zu erzeugen. Ganz ähnlich funktioniert das Rotationsbeschichten, einem häufig in der Industrie angewendeten Verfahren zum Auftragen und gleichmäßigen Verteilen von Materialien auf einem Substrat. Mit einer Dosiereinrichtung über dem Zentrum des rotierenden Substrates wird die gewünschte Menge der Lösung aufgebracht. Beschleunigung, Enddrehzahl und Zeit werden am Spincoater eingestellt. Infolge der auftretenden Fliehkräfte werden diese Substanzen radial nach außen geschleudert. Dabei bleibt ein dünner (nm – μm) Substanzfilm auf dem Substrat zurück. Angewendet wird das Verfahren z. B. bei der Belackung von Wafern in der Mikroelektronik.
Am Exponat können Sie selbst eine Schicht aufbringen. Dickenunterschiede der Beschichtung sind an den verschiedenen Interferenzfarben erkennbar.