
Dior, Versace, Gucci – sie alle werben mit extravaganten Stoffen oder schreienden Ausschnitten um die Gunst der Life-Style-Society. Doch keines ihrer Gewänder vermag, was das vorliegende Kleid kann: durch winzige, in den Stoff integrierte Dioden leuchtet es. Und nicht nur das, denn das Funkeln ist kein elektronisches Paillettenimitat: Durch integrierte Beschleunigungssensoren und einem Mikrocontroller werden die Bewegungen der Trägerin detektiert und die Dynamik in ein Lichtmuster umgewandelt.
Möglich wird das textile integrierte LED-Display durch eine der derzeit spannendsten Entwicklungen aus dem Bereich der Leiterplattenindustrie: den dehnbaren Schaltungsträger. Basis ist eine dehnbare Folie aus Thermoplastischem Polyurethan (TPU), das in der Textilindustrie wegen seiner Reissfestigkeit schon länger z. B. in Regenschutzkleidung zum Einsatz kommt.
Um die hoch leitfähigen, aber an sich starren Kupferleiterbahnen ebenfalls Dehnungen aussetzen zu können, werden diese in Form kleiner Mäander auf dem Substrat strukturiert. Bei geschickter Anordnung werden damit Elastizitäten von bis zu 300 Prozent erreicht.
Diese Vorteile machten sich Designstudenten von der HTW- und der UdK Berlin zunutze, die aus den Innovationen vom Fraunhofer IZM und der TU Berlin das vorliegende interaktive Kleid realisiert haben. Mit Erfolg: Die Arbeit wurde 2009 mit dem Avantex Innovationspreis ausgezeichnet.