
Glas bricht leicht, das weiß jedes Kind. Doch das muss nicht so sein. Denn während das Glasfensterchen an einem Feuermelder leicht brechen soll, dürfen Fenster von Flugzeugen oder dem ICE unter keinen Umständen nachgeben. Solche Scheiben bestehen aus mehreren Schichten Glas, zwischen die jeweils Folien geklebt werden – sie können sogar Gewehrkugeln aufhalten.
Das funktioniert sogar mit Kunststoffscheiben. Polycarbonat – aus diesem Material bestehen auch die CD-Scheiben – ist der zäheste transparente Kunststoff, den man kennt. Polycarbonat schützt mit seiner Schlagzähigkeit die Fahrer von Rennwagen oder die Bediener schnell drehender Maschinen. Es taugt aber nur bedingt als Glasersatz, da es leicht verkratzt.
Spezielle, kratzfeste Polysiloxan-Beschichtungen beheben dieses Manko. So bestehen zum Beispiel auch die Frontscheiben des ICE aus beschichtetem Polycarbonat. Dadurch müssen sie nach Kollisionen mit Fremdkörpern seltener ausgewechselt werden, was viel Geld spart. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine genau ausbalancierte Beschichtung.
Das Frontfenster eines ICE 3 besteht eigentlich aus zwei Fensterscheiben. Die äußere Scheibe ist gut 13 mm dickes Verbundglas mit einer Zwischenfolie aus Polyvinylbutyral. Die innere Fensterscheibe ist halb so dick und hat eine Zwischenschicht aus Gießharz. Das gesamte Fensterpaket ist mit einer Silikon- Klebedichtmasse in einem Z-Profilrahmen aus Aluminium verklebt. Die Scheibe ist insgesamt über 35 mm dick.