
Die Wirkung von Flüssigkeitsdämpfern hängt stark davon ab, wie dünn- oder dickflüssig das eingesetzte Fluid ist. Toll wäre es, wenn man diese „Viskosität“ verändern könnte. So ließen sich zum Beispiel Geräusche und Vibrationen von Motoren gezielt verringern und jeweils gezielt den aktuellen Anforderungen anpassen.
Das funktioniert tatsächlich: mit so genannten magnetorheologischen Flüssigkeiten. Sie verändern ihre Fließeigenschaften entsprechend der Stärke eines angelegten Magnetfeldes, das aus normalflüssigem Fluid eine zähfließende Masse macht. Schaltet man das Magnetfeld ab, ist sie wieder flüssig. Der Trick: Magnetische Partikel, beispielsweise aus Eisen, Nickel oder Kobalt, werden mit Wasser oder Öl gemischt. Unter der Wirkung eines Magnetfeldes bilden diese Partikel Ketten, wodurch sie fester werden.
Das kann man sich leicht klar machen: Wenn viele Kinder wild herumlaufen, dann ist das wie eine niedrigviskose Flüssigkeit. Fangen die Kinder aber an, sich bei den Händen nehmen und Ketten zu bilden, nimmt ihre Beweglichkeit ganz schnell ab. Ihre Bewegung wird zähflüssig („hochviskos“).
Am vorgestellten Exponat lässt sich der Effekt direkt ausprobieren. Bewegt man den Hebel, wird eine Welle im Inneren des Zylinders gedreht. Dieser Zylinder ist mit einer magnetorheologischen Flüssigkeit gefüllt. Wird das Magnetfeld eingeschaltet, lässt sich der Hebel sehr viel schwerer bewegen.