
Glasfaserkabel leiten große Datenmengen konkurrenzlos schnell. Bislang lohnt sich ihr Einsatz aber nur, wenn die Glasfaser viele Nutzer auf einmal verbinden kann. Sie sind sonst schlicht zu teuer. Anders bei Lichtwellen-leitern aus Polymerfasern (polymer optical fibre, POF): Sie bieten zwar noch nicht ganz die Leistungsfähigkeit der Glasfasern, für viele Anwendungen reichen sie jedoch völlig aus und kosten nur einen Bruchteil.
In der Industrieautomation haben sich die robusten Leitungen längst als Standard etabliert. Sie verknüpfen Werkzeugmaschinen oder Roboter untereinander und mit der Steuerzentrale. Weitere Anwendungen gibt es in der Automobilindustrie, bei Windkraftanlagen oder in der Medizintechnik.
In einem einfachen Verfahren werden flüssige Kunststoffe in mehreren Lagen aufgeschleudert: Es entsteht eine Trägerschicht, eine Licht leitende Lage und eine Deckschicht. Das Material wird belichtet und strukturiert, so dass in der Licht leitenden Schicht winzige Leiterbahnen entstehen. Sie werden mit Lasern und Photodioden gekoppelt und in Kunststoffmodule integriert.
Forscher von Siemens Corporate Technology stellten einen Rekord auf: Dank eines neuen Verfahrens zur Datenübertragung schickten sie ein Gigabit pro Sekunde über eine 100 Meter Teststrecke – für den Haushalt völlig ausreichend. Damit dürfte sich die Polymerfaser endgültig im Home-Entertainment und in der Fabrikautomatisierung durchsetzen.