
Wer in Kassel die Fulda über die filigrane, rund 140 Meter lange und fünf Meter breite Gärtnerplatzbrücke überquert, wird Teil eines außergewöhnlichen Forschungsprojekts. Jede Bewegung, jede Veränderung wird nämlich automatisch an die Universität übermittelt.
Über 80 Stationen liefern Messwerte für die Materialforschung an ultra-hochfestem Beton (UHPC). Er ist fast so druckfest wie Stahl und dabei wesentlich haltbarer und leichter als herkömmlicher Beton. Die Betonplatten sind lediglich 8,5 cm dick – rund ein Viertel einer üblichen Konstruktion.
Bislang wurden solche Elemente aufwändig mit Dübeln und Bolzen befestigt. Die 72 superfesten Betonplatten der Gärtnerplatzbrücke werden einfach mit einem Spezialharz auf die tragende Konstruktion aufgeklebt.
Die bisherigen Messungen haben gezeigt, dass die amtlichen Festigkeitsanforderungen von mindestens 165 N/mm2 um bis zu 10 Prozent übertroffen werden. Damit der neue Beton in Zukunft auch für größere Brückenbauten eingesetzt werden kann, ist allerdings weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit notwendig.
Lassen Sie den Beton federn! Wippen Sie auf der UHPC-Betonbrücke und spüren Sie den Unterschied zu normalem Beton. Er ermöglicht sehr dauerhafte, hoch tragfähige und dabei besonders leichte und filigrane Bauwerke. Beispiele sind weitgespannte, leichte Brücken, dünne, weitgespannte 3-dimensionale Schalen oder Hallenbinder.