
Das weltberühmte „Juwelenzimmer“ im „Grünen Gewölbe“ des Dresdner Residenzschlosses wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs vollständig vernichtet. In der Nachkriegszeit gingen zudem große Teile der Inneneinrichtung, darunter viele Spiegel, verloren.
Für die Restaurierung musste die einzigartige Wandverspiegelung größtenteils neu hergestellt werden. Ihre Wirkung sollte den erhaltenen Zinnamalgamspiegel mit ihrer deutlich geringen Reflexion entsprechen.
Zunächst wurden geeignete Materialien und Herstellungsmethoden gesucht. Das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) fertigte schließlich mit Hilfe von Magnetron-Sputtern die teilweise goldradierten Spiegel an.
Eine Metallplatte wird im Vakuum in einem elektromagnetischen Feld mit Argon-Ionen bombardiert. Diese Stöße lösen Atome aus dem Plattenmaterial und schießen sie auf eine parallele, im Reinraum gereinigte Glasscheibe. Mit Hilfe einer speziellen Maskentechnologie lassen sich sogar kompliziert umrandete oder ornamentale Teilverspiegelungen durchführen.
Historische Spiegel können heute durch Beschichten von Flachglas im Vakuum mittels Magnetron-Sputtern (= Zerstäuben) hergestellt werden. Sie sind quecksilberfrei und besitzen trotzdem die optischen Eigenschaften originaler Zinnamalgamspiegel. Voraussetzung ist Spiegelglas, dessen Farbwirkung den Originalgläsern entspricht und zuvor exakt bestimmt wird.